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Laura Stönner vom Resort Mark Brandenburg erinnert sich gern an die Fußball-EM 2024 – und blickt voller Vorfreude auf die nächsten Besuche hochklassiger Teams in Neuruppin. Foto: Resort Mark Brandenburg

EM 2029: “Neuruppin ist als Standort für ein Basecamp wunderbar geeignet” 

22.03.2025 | Christoph Dach

Laura Stönner vom Resort Mark Brandenburg im Interview über die neuerliche Bewerbung für die EM 2029, den Aufenthalt des kroatischen Nationalteams und die Bedeutung hochklassigen Sportlerbesuchs für das Neuruppiner Hotel.

Frau Stönner, sind Sie Fußball-Fan? 

Fan ist vielleicht übertrieben, ich habe keine konkrete Mannschaft, der ich die Daumen drücke. Aber ich habe zwei Jungs zuhause, so dass Fußball in unserem Haushalt immer wieder ein Thema ist. Und natürlich ist mein Interesse an der Sportart durch die Europameisterschaft im vergangenen Jahr gestiegen, weil das Thema bei uns im Resort Mark Brandenburg für mehrere Wochen sehr präsent war. 

Sie sprechen es an: Im Sommer 2024 war die kroatische Nationalmannschaft zu Gast im Resort Mark Brandenburg. Wie haben Sie diese Zeit in Erinnerung? 

Wir sind im Resort Mark Brandenburg ein eingespieltes Team, was Trainingslager von Profimannschaften angeht. In den vergangenen Jahren hatten wir ja regelmäßig hochklassige Mannschaften zu Gast, zum Beispiel Werder Bremen, RB Leipzig, Hertha BSC oder Union Berlin. Deshalb war uns das Ganze nicht fremd. Allerdings gab es auch Unterschiede zu den üblichen Trainingslagern. 

Zum Beispiel? 

Eine Europameisterschaft und der Besuch eines Nationalteams haben eine ganz andere Tragweite in der Vorbereitung und auch beim eigentlichen Aufenthalt. Ein normales Trainingslager dauert etwa eine Woche, vor dem Besuch der Kroaten war aber klar: es handelt sich um mindestens drei Wochen, also einen Langzeit-Aufenthalt.

„Anspannung und Nervosität in unserem Team waren groß“


Deshalb waren Anspannung und Nervosität in unserem Team groß, so ehrlich muss ich sein, weil wir wussten: Das sind alles absolute Weltklassesportler. Als die Mannschaft und der Teambus dann vor unserer Tür standen und es endlich losgehen konnte, ist das aber schnell von uns abgefallen.  

Wie haben Sie die Spieler erlebt?  

Als Besucher auf Augenhöhe, also sehr herzlich und nahbar. Das Einzige, was uns daran erinnert hat, dass wir außergewöhnliche Gäste haben, waren die Sicherheitsangestellten in ihren schwarzen Anzügen, die bei einer Veranstaltung der Uefa einfach Pflicht sind. Selbst unsere Mitarbeiter sind ja nicht ins Hotel gekommen, ohne vorher kontrolliert zu werden. Das war natürlich ungewohnt. Aber die Spieler waren wirklich super nett und gut drauf. Nach ein paar Tagen haben sie morgens beim Frühstück oder in Hotelgängen mit den Kollegen abgeklatscht. Es war so, als würde man sich schon länger kennen und hatte familiären Charakter.  Darin bestand auch der größte Mehrwert für das Hotel und meine Kollegen: im Gefühl, so etwas Außergewöhnliches mitgemacht und es erfolgreich, rigoros und detailliert gestemmt zu haben. Das haben wir als tolle Bestätigung unserer Arbeit empfunden und damit können wir auch in Zukunft arbeiten. 

 Nun will sich Neuruppin auch auf Empfehlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wieder als Basecamp bewerben – sofern der Verband den Zuschlag für die Europameisterschaft der Frauen 2029 erhält. Wie kam das? 

Die EM  24 hat dafür gesorgt, dass das Zusammenspiel zwischen dem MSV Neuruppin und dem Resort Mark Brandenburg noch enger geworden ist. So etwas geht nur miteinander: Die Mannschaften brauchen den Platz und die guten Bedingungen im Volksparkstadion, die wir nicht stellen können, Und sie brauchen eine gute Unterkunft, die der MSV nicht stellen kann. Deshalb sind wir in der Vorbereitung und während des Aufenthalts der Kroaten als Konstrukt richtig gut zusammengewachsen.

„Unser Hotel und der MSV Neuruppin waren sich schnell einig, dass wir das wieder zusammen machen.“


Als die Info vom DFB kam, dass es wieder eine Bewerbung, war es deshalb selbstverständlich, dass wir uns zu dem Thema austauschen und ein paar Tage drüber nachdenken. Beide Parteien waren sich dann schnell einig, dass wir das wieder zusammen machen. 

Welche Bedeutung hatte der Besuch der kroatischen Nationalmannschaft für das Hotel?  

Ich glaube, viele Menschen stellen sich die Auswirkungen für das Hotel größer vor als sie tatsächlich sind. Grundsätzlich war es eine wirtschaftlich kalkulierte Entscheidung, die sich auch getragen hat. Aber es hat keinen immensen Medienrummel nach sich gezogen, wie es zum Beispiel der Fall ist, wenn die deutsche Nationalmannschaft irgendwo zu Gast ist und Fans vielleicht sagen: Da können wir ja mal hinfahren.

„Aktuell haben wir eine Anfrage eines Vereins, der noch nie in Neuruppin war.“


Wir merken aber mit Blick auf den Sommer 2025, dass es Kreise im Sportbereich zieht, worüber wir sehr dankbar sind, obwohl es nicht unser Hauptfokus ist. Aktuell gibt es eine Anfrage eines Vereins, der noch nie in Neuruppin war. Daran merkt man, dass der Standort Neuruppin ganz wunderbar geeignet und mittlerweile auch bekannt ist. Teams aus dem deutschsprachigen Raum wissen: Es hat gut funktioniert bei uns und es gibt eine Empfehlung des DFB. Das hilft uns natürlich und der Erklärungsaufwand in den Gesprächen ist für uns als Hotelmitarbeiter deutlich geringer geworden.  

Wie geht es jetzt weiter in den nächsten Wochen und Monaten? 

Es ist m Grunde das identische Procedere wie vor der EM 2024. Auch damals haben wir etwa fünf Jahre vor dem Turnier eine erste Bewerbung abgegeben. Das Ganze liegt dann längere Zeit beim DFB, der die Bewerber sortiert und evaluiert. Danach können wir eigentlich nur abwarten und bei der Vergabe des Turniers am Ende des Jahres die Daumen drücken, dass es wieder klappt mit einem Zuschlag für Neuruppin.