
Foto: MHB
Gemeinsamer Abschluss in festlichem Rahmen
In der Neuruppiner Kulturkirche hat die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) am Sonnabend, 17. Januar 2026, ihre Absolvent*innen verabschiedet
Insgesamt 64 Studierende schlossen in diesem Jahr ihr Studium erfolgreich ab – darunter 25 angehende Ärztinnen und Ärzte der Humanmedizin, 26 Bachelorabsolvent*innen der Psychologie sowie 13 Absolvent*innen des Masterstudiengangs Klinische Psychologie und Psychotherapie. Fast alle von ihnen waren persönlich anwesend und feierten gemeinsam mit Familien, Freundinnen und Freunden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Hochschule.
Zum zweiten Mal fand die Absolvent*innenfeier aller Studiengänge gemeinsam statt – eine noch junge Tradition, die nach den Worten von MHB-Präsident Prof. Dr. Hans-Uwe Simon den besonderen Geist der Hochschule widerspiegelt. „Was uns an der MHB ausmacht, ist das Miteinander“, betonte er bei dem Festakt in seiner Begrüßungsrede. Große Entwicklungen entstünden nicht im Alleingang, sondern durch Austausch, Kooperation und gemeinsames Streben nach exzellenter Bildung, Forschung und Versorgung.
Die Kulturkirche war dabei ein symbolträchtiger Ort: Hier wurden die Studierenden einst fachübergreifend immatrikuliert – und nun als MHB-Absolvent*innen gemeinsam feierlich verabschiedet. Prof. Simon würdigte das Engagement, die Ideen und die Beharrlichkeit der Studierenden, die die Hochschule geprägt hätten und ihr als Alumni verbunden bleiben.
Besonders hob er den sechsten Jahrgang der Humanmedizin hervor. Jahre intensiver Ausbildung, klinischer Einsätze, Famulaturen und Prüfungen lägen hinter ihnen. Trotz vielfältiger Herausforderungen seien sie heute Ärztinnen und Ärzte, die nicht nur fachlich, sondern auch menschlich gereift seien.
Ebenso wurden der elfte Bachelorjahrgang Psychologie und der zehnte Masterjahrgang Klinische Psychologie und Psychotherapie geehrt. Sie hätten sich mit wissenschaftlicher Präzision und Empathie den komplexen Facetten menschlichen Erlebens gewidmet und sich auf eine verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet: Menschen durch Krisen und innere Umbrüche zu begleiten.
Ganz gleich ob in Medizin oder Psychologie – allen Absolvent*innen sei nun eines gemeinsam: die Übernahme von Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlergehen anderer Menschen, in Klinik, Praxis, Forschung oder Gesellschaft. „Sie haben sich bewusst für dieses Engagement entschieden – und genau dieses Ja zur Fürsorge macht diesen Moment so besonders“, so Prof. Simon.
Zum Abschluss dankte er auch den Familien, Freund*innen und Lehrenden, die die Studierenden auf ihrem Weg begleitet haben. „Behalten Sie Ihre Haltung, Ihre Neugier und Ihre Menschlichkeit“, gab er den Absolvent*innen mit auf den Weg. „Ich gratuliere Ihnen von Herzen zu Ihrem Abschluss und wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für Ihre Zukunft.“
Prof. Andreas Winkelmann, Professor für Anatomie und Leiter des Instituts für Anatomie, gewährte in seiner Rede an die Absolventen einen kleinen Einblick in seine eigene Studienzeit, mit der er heute auch noch Freundschaften verbindet: „Schauen Sie gerne nach rechts und links, mit wem Sie vielleicht noch Ihren 60. Geburtstag feiern wollen.“ Erinnerungen waren es auch, die Sebastian Bayer, Absolvent des Psychologie-Studiengangs, Revue passieren ließ. Da waren die Glühweinwanderung, die auf dem Neuruppiner Weihnachtsmarkt endete, der allerdings zehn Minuten später schloss, Vorlesungen, in denen eine Eisdiele immer wieder eine Rolle spielte, oder auch spannende Exkursionen. Ebenso wie gemeinsame Zeit am Ruppiner See oder das Warten auf den RE6 nach Berlin. „Wir haben viel Neues gelernt“, sagte er mit Blick auf das Erlernen der Gesprächsführung im geschützten Rahmen. Wichtig sei es aber auch gewesen, Schweigen zu lernen und das Zuhören. „Wir haben auch viel über das eigene Selbst erfahren.“
Joy Siegel war mit ihren Kommiliton*innen am 4. Oktober 2019 in der Kulturkirche immatrikuliert worden. Den Blumenstrauß, den ihr ihre Eltern damals schenkten, hatte sie bis heute aufbewahrt. Er stünde für sie für die Unterschiedlichkeit der Studierenden in ihrem Jahrgang, die aber doch fest miteinander verbunden sind. „Wir haben gelernt, gelacht, gefeiert und manchmal auch gestritten“, sagte sie. Aber alle zusammen seien sie in der Zeit auch gereift und gefestigt worden. Eine Besonderheit war die Corona-Pandemie, die ihr Studium mit Masken, Covid-Tests und Video-Vorlesungen prägte. Während bei einem Covid-Test ein kleiner Strich eine klare Antwort gibt, gebe es aber noch einen Schnelltest für einen Karriereweg.
Cornelia Gammelin, bis Herbst 2025 im Studierendenservice tätig, und Prof. Johannes Lindenmeyer (Psychologie und Psychotherapie) und Prof. Andreas Winkelmann (Medizin) übergaben anschließend die Urkunden an die Absolvent*innen. Eine besondere Ehre wurde anschließend noch Nadine Bessel (Psychologie B. Sc.), Franziska Weißenstein (Psychotherapie M. Sc.) und den drei Medizinstudierenden Lena Gerlach, Philipp Weber und Julian Bredehorst zuteil. Als Jahrgangsbeste erhielten sie zusätzlich zu ihren Urkunden eine Auszeichnung. Mario Zehle, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, überreichte diese mit jeweils 200 Euro dotierten Anerkennungen. Josephine Steinborn erhielt im Anschluss und nach einer kurzen Laudation von Dr. Eric Hoffmann, Leitung strategische Kommunikation und Hochschulsprecher, den Engagementpreis. Sie hatte während ihres Studiums unter anderem das innovative Tutorium First Aid mit ins Leben gerufen, das neue Studierende beim Start ins Medizin- oder Zahnmedizinstudium unterstützt. Außerdem startete sie einige Typisierungsaktionen, bei denen neue Knochenmarkspender gewonnen werden konnten.
Mit Applaus, Musik und vielen persönlichen Begegnungen klang die Feier, die von Tina Knop moderiert und vom Berlin-Jazz-Ensemble um Prof. Johannes Albes begleitet wurde, in der Kulturkirche aus – ein gemeinsamer Meilenstein für die Absolvent*innen und für die MHB.




