
Moderator Harald Asel vom rbb-Inforadio im Gespräch mit seinen Podiumsgästen im Ratssaal des Kyritzer Rathauses. Foto: LK OPR
Die Altstadt von morgen: Inforadio-Diskussion in Kyritz
Wie sehen die Menschen die Altstadt der Zukunft? Mit welchen Herausforderungen haben Städte mit historischen Stadtkernen in Brandenburg zu tun? Diese und weitere Fragen stellte RBB-Moderator Harald Asel seinen Gästen und dem Publikum zu Beginn des Kulturland Brandenburg-Themenjahres „Von hier aus Zukunft“ bei einer Diskussionsrunde im Kyritzer Rathaus.
Barrierefreies Wohnen in historischen Gebäuden, ein Einzelhandel in fußläufiger Nähe, Einkehrmöglichkeiten für Einheimische und Gäste – es ist jede Menge Engagement von Kommunalpolitik und Bürger:innen gefragt, um die Altstädte für die Zukunft lebenswert zu gestalten. Darüber waren sich die Podiumsgäste von Harald Asel bei ihrer Diskussion im Ratssaal des Rathauses von Kyritz einig. Eingeladen waren Bürgermeisterin Nora Görke, ihr Amtskollege aus Luckau in der Niederlausitz, Gerald Lehmann, sowie Anne Kruse vom Netzwerk Zukunftsorte Brandenburg. Auch das Publikum beteiligte sich an der vielschichtigen Gesprächsrunde, darunter Landrat Ralf Reinhardt und Neuruppins Baudezernent Jan Juraschek.
Nora Görke, zugleich Vorstandsvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen im Land Brandenburg, erklärte unter anderem, dass es in Städten nicht nur um Denkmalschutz gehe, sondern vor allem um die sinnvolle Nutzung von Bauwerken. Als Beispiel aus Kyritz nannte die Bürgermeisterin das Kloster, das zu einem Kulturstandort umgestaltet wird. Das habe gezeigt, was in Kyritz geht. Eine Altstadt biete auch immer Raum für Ideen, die entsprechend genutzt werden werden müssten, so Nora Görke. Als große Herausforderungen nannte sie die Themen Barrierefreiheit, insbesondere in historischen Gebäuden und auf öffentlichen Plätzen, sowie die kommunale Wärmeplanung. Auch Luckaus Bürgermeister Gerald Lehmann ging auf den Denkmalschutz ein. Aus seiner Sicht müsse beispielsweise die geschützte Dachlandschaft auf den Prüfstand gestellt werden, etwa wenn es um die Frage der Aufstellung von Photovoltaikanlagen gehe.
Anne Kruse vom Netzwerk Zukunftsorte Brandenburg betonte, dass es Orte der Begegnung geben müsse. Häufig fehlten die alten Kneipen von früher für solche Begegnungen, deshalb müssten neue Orte geschaffen werden. Neuankömmlingen in Brandenburg gab sie den Rat, erst mal den Einheimischen genau zuzuhören, um danach zu schauen, wo man sich in einer Gemeinschaft – möglicherweise mit neuen Ideen – einbringen könne.
Landrat Ralf Reinhardt richtete als Zuhörer der Diskussion vor allem ein großes großes Lob an die Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen im Land Brandenburg. Deren Akteure setzen sich unter anderem dafür ein, solche Stadtkerne wie in Kyritz vor dem Verfall zu retten, die historische Bausubstanz zu bewahren und mit neuem Leben zu füllen. Zugleich wies der Landrat auf wichtige Themen hin, um die man sich kümmern müsse, wie etwa die Mobilität der Zukunft, bei der es unter anderem um Elektromobilität und die Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr gehe. Neuruppins Baudezernent Jan Juraschek warb dafür, bei der Stadtentwicklung mutig zu sein und „gemeinsam neue Dinge auszuprobieren“.
Städte mit historischen Stadtkernen – das wurde auch bei dieser Diskussion deutlich – sind wichtig für eine Region und können ein wertvoller Standortfaktor sein, den es auch künftig sinnvoll zu gestalten gelte.
Die Podiumsdiskussion im Kyritzer Rathaus wurde aufgezeichnet und wird voraussichtlich am Sonntag, 25. Januar 2026, um 11.00 Uhr im Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) gesendet (und die Wiederholung um 21.00 Uhr).




