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Brandenburgisches Staatsorchester I Foto Eckhard Handke

Pfingstsonntag spielt das Brandenburgische Staatsorchester in Neuruppin

20.05.2026
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Bach´s Violinkonzert, Mozart-Ouvertüre, Hummel-Trompetenkonzert, Mendelssohn-Sinfonie 

Am Pfingstsonntag, 24. Mai, spielt um 17 Uhr das Brandenburgische Staatsorchester unter Leitung von Takao Ukigaya in der Kulturkirche in Neuruppin. Vier großartige Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts reichen sich dort die Hand. 

Den Einstieg macht der 19jährige Geiger Moana Nakamura mit dem zweiten und dritten Satz aus dem Violinkonzert E-Dur von Johann Sebastian Bach. Moana spielt seit seinem dritten Lebensjahr Geige, trat 2015 erstmals als Solist mit einem Streichorchester auf, besuchte das Musikgymnasium „Carl Philipp Emanuel Bach“ in Berlin und wird derzeit von der Neuruppiner Musikschulleiterin Charlotte Balle auf das Musikstudium vorbereitet.

Mit Wolfgang Amadeus Mozart geht es im Programm weiter. Von ihm spielt das Staatsorchester die brillante Ouvertüre aus der Komödie „Der Schauspieldirektor“. Die Komödie mit Musik wurde 1786 in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn in Wien uraufgeführt. Sie persifliert den Theaterbetrieb und insbesondere den Konkurrenzkampf zweier Primadonnen. 

Der spätere Komponist Johann Nepomuk Hummel hat zwei Jahre lang bei Wolfgang Amadeus Mozart in Wien gelebt, nachdem Mozart das Talent des damals Achtjährigen erkannt hatte. Hummel wurde sein Vorspieler am Klavier und lernte so zahlreiche Werke unterschiedlicher Komponisten kennen. Er wurde selbst ein großer Pianist und Komponist und trug den Mozartschen Tonfall hinein ins 19. Jahrhundert. Zu seinen zahlreichen Kompositionen – Klavier-, Orchester-, Kammermusikwerke, Opern, Singspiele, Kantaten, Messen – zählt auch sein Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur.  Es entstand im Auftrag des hochvirtuosen Solotrompeters Anton Weidinger, der die neuartige Klappentrompete entwickelt hatte und die vielen neuen Möglichkeiten präsentieren wollte. Hummel konnte bei seiner Komposition dem Solisten daher ein bis dato ungeahntes Spektrum abverlangen.

In Neuruppin übernimmt Thilo Hoppe den Solopart. Er stammt aus Heide in Holstein, studierte Trompete an der hannoverschen Hochschule für Musik und Theater, wurde vom Solotrompeter der Berliner Philharmoniker weiter ausgebildet. Heute ist er Solotrompeter im Brandenburgischen Staatsorchester und spielt als Solist in vielen großen deutschen Orchestern. 

Nach der Pause erklingt die Sinfonie Nr. 4 A-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy.  Er verarbeitete darin die Eindrücke seiner Italienreise von 1830/31. Mit stürmischem Erfolg wurde die „Italienische“ am 13. Mai 1833 unter seiner Leitung in London uraufgeführt. Die beiden Ecksätze tragen tatsächlich den leichten, südländischen Charakter. Die beiden Mittelsätze sind deutlich melancholischer und „nordischer“. Der erste Satz lockt mit hellem Ruf in die südliche Landschaft mit schillerndem Licht und pulsierendem Leben. Der zweite Satz ist durchzogen von einem klagenden Motiv und manchmal scheint es, dass Zelters Goethelied „Es war ein König in Thule“ durchklingt. Der dritte Satz ist ein ruhiger Menuettsatz, bevor es mit dem Finale wieder in den turbulenten Süden geht und alle Nuancen von zarter Anmut bis hin zu den wildesten Ausbrüchen durchlebt werden. 

Karten für das Sinfoniekonzert am Sonntag, 24. Mai, um 17 Uhr, in der Neuruppiner Kulturkirche (44 € / 32 € / 21 €, Schüler u. Studenten ab 10 €) gibt es im online-Ticketshop www.musikverein-neuruppin.de und in den reservix-Vorverkaufsstellen.

Vor dem Konzert liest um 15 Uhr auf dem Kirchplatz der Schauspieler Hans Machowiak aus dem Fontane-Roman „Graf Petöfy“. 

Quelle: Fontane-Festspiele
Foto: Eckhard Handke