
Das Kleingedruckte zeigt die starke Formation der Unterstützenden.
Worte von und über Prinz Heinrich – ein Schaufensterbummel in Rheinsberg
Zu den ersten kulturellen Aktionen im Prinz-Heinrich-Jahr 2026 in Rheinsberg ausAnlass des 300. Geburtstages gehört die Präsentation von wichtigen Worten ausseiner Feder oder von Zeitgenossen. Für diese Schaufensterbummel braucht man etwas Zeit und Muße. Anders als gemeinhin kommt man reicher nach Hause – beschenkt sozusagen.
“Ich freue mich schon auf mein Dorf”, erfährt Prinz Ferdinand von Preußen im Jahr 1754 von Prinz Heinrich. Zehn Jahre ist es nun her, dass Friedrich II. das Besitztumin Rheinsberg ihm überließ, also dem jüngeren Bruder. Im Jahr 1764 freut sichHeinrich, dem Prinzen Ferdinand von Preußen bald die Pracht im Park, im Garten, den Wald und auch den Tempel zeigen zu können. Spektakulär ist das nicht, abersympathisch.
“LEBEN STATT BEBEN” ist nicht vom Prinzen. Er hätte damit allenfalls dieFranzösische Revolution im Jahr 1789 meinen können – aus Sicht des Adels. An Schwerlastverkehr war noch nicht zu denken.
Die Erinnerung an die Zeit der Kutschen lässt die Gegenwart nicht vergessen.
In einer Nachricht an seinen Adjutanten Graf Antoine de La Roche-Aymon geht es1794 anscheinend um sehr Wichtiges. “Unentschlossenheit, Kleinlichkeit und Zweideutigkeit” im eigenen Umfeld werden beklagt. Der Angeschriebene ist nicht gemeint. Im Jahr 1800 lautet eine Notiz an den Mann: “Ich beginne selbst den Frieden herbeizuwünschen und dass Bonaparte ihn abschließt.”
Ohne Kenntnis des Kontexts erschließen sich solche Notizen nicht so leicht. Das dürfte auch für den Rheinsberger Jahreskalender gelten, der 2026 dem Prinzengewidmet ist. Deshalb gibt es am 10. Febriuar 2026 ab 19 Uhr in der Remise einePräsentation mit Erläuterungen. Eintritt frei!
Was mag der Anlass gewesen sein, das Äußere des Prinzen so genau zubeschreiben? “Seine Augen sind blau, groß und schön”, notiert ein Offizier1778 undschwärmt weiter in vollendeter Blindheit: “Sie enthalten den ganzen Inbegriff seiner Vorzüge und majestätischen Tugenden.” An anderer Stelle (der Stadt) wird Heinrichs Auftreten in der Ministerrunde gewürdigt. Und wieder woanders seine Unerschrockenheit in der Schlacht bei Prag. Eine weitere Stimme zeigt sichbeeinruckt vom ehelichen Glück hinter den Schlossmauern. So kann man sich irren.Dass Gäste wie Graf Ernst von Lehndorff sich niemals gelangweilt haben, will man gerne glauben.
Ein schwärmerischer Blick auf Prinz Heinrich – Worte eines Offiziers, 1788.
Prinz Heinrich selbst greift weit aus, wenn er 1796 an den Adjutanten schreibt: “Mögees Gott gefallen, dass alle Menschen das wahre Glück erkennen und dass all ihrBemühen darauf ausgerichtet ist, es zu erreichen.” Und dann: “Es ist ein Unglück, dass die Mächtigen mehr an sich als an das Gemeinwohl denken…”
Ob Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke bei ihrem verheißungsvollen Grußwort unterdem Motto “Wir feiern!” auch an diesen kritischen Befund dachte? Den Veranstalternist es wichtig, mit den ausgewählten Worten das Interesse an h300 noch zu steigern.Man denke nur an solche Äußerungen aus dem Jahre 1799: “Ich beklage das Übel, das ich voraussehe, aber ich kann ruhig sterben.” Der Adressat ist hier König Friedrich Wilhelm III. Am 2. August 1802 verstarb Prinz Heinrich von Preußen auf Schloss Rheinsberg.




