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Ein Blick auf die aktuelle Burgerrechtskampagne von McDonald’s.

Glosse: Bürgerrecht und Burgerrecht – McDonald’s auf ganz neuen Wegen?

25.02.2026
von Volkmar Heuer-Strathmann

Man könnte es für einen einfachen Werbegag halten, was da plakatiert wird in ganz Deutschland: “Gleiches Burgerrecht für alle!”

Okay, solange man nicht mitmachen muss. Wer mit der Parole im Kopf in Neuruppin im Oberstufenzentrum herumläuft, bekommt besonders viele gedankliche Anregungen. Denn es geht eigentlich um nicht weniger als die Menschenrechte.

“Die Steuer geht runter”, wird plakativ von den Werbetreibenden festgestellt. Tatsächlich liegt der Steuersatz in der Gastronomie auf Speisen nun bei 7 Prozent. Anscheinend soll davon etwas weitergegeben werden an die Kundschaft, zumindest wenn sie das McSMART Menü bestellen. Der Mensch, so ließe sich das Wortspiel ausformulieren, habe schließlich ein Recht auf Burger. Von Tierwohl und Tierfuter, von Lebensräumen, Gesundheitsgefährdung und alternativen Ernährungsarten ist nicht die Rede. Stattdessen Appetitanregendes, zumindest für burgeraffine Bürgerinnen und Bürger.

Im Oberstufenzentrum an der Alt Ruppiner Allee zeigt ein Kunstwerk, worum sich demokratische Politik im Kern zu drehen hat. “Die Würde des Menschen ist unantastbar”, heißt es am oberen Ring. Ganz unten wird das Recht auf eine internationale Ordnung betont, in der die Grundrechte voll verwirklicht werden können. Im Grundgesetz heißt es in § 20a: “Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung…”

Modernes Kunstobjekt aus einem Demokratieprojekt im Oberstufenzentrum.

Bürgerrecht und Burgerrecht stehen in einem Spannungsverhältnis zu dieser Schutzklausel. Höhere Steuern könnten gefordert werden zur Regulierung, denn das Burgerrecht ist nicht nur Geschmacksache. Also 12 Prozent rauf statt runter? Burger bald nur noch für reiche Bürgerinnen und Bürger? McDonald’s hat die Debatte selbst politisiert. Man darf gespannt sein, wie es mit der Burgerkultur weitergeht in der Demokratie, auch ohne Gabeln als Stimmgabeln.

Bürgerrechte gelten in der BRD 24/7, können aber mit anderen Bestimmungen kollidieren. Und das vom Global Player in Germany ausgerufene Burgerrecht? Die unverbindliche Preisempfehlung, so liest man gelegentlich kleingedruckt, gelte in Frühstücksrestaurants erst ab 10.30 Uhr. Unabhängig davon sind Hunger, Not und Elend ein zu ernstes Thema für die ganze Wortpielerei…

Fotos: vhs