
Ehrung für 50 Jahre Kommunalpolitik: Wolfgang Ramin stand mit Irmgard Ritzmann beim Neujahrsempfang der Stadt Wittstock im Rampenlicht. Foto: Ruch
Wittstock zeichnet Wolfgang Ramin mit der Ehrenmedaille aus
Ehre für ein politisches Urgestein: Wolfgang Ramin aus Klein Haßlow engagierte sich 50 Jahre in der Lokalpolitik. Für seine politische Ausdauer stand er kürzlich in Wittstock im Rampenlicht
Wittstock. Ein halbes Jahrhundert Lokalpolitik. Auf diese Bilanz kommt Wolfgang Ramin aus Klein Haßlow. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr war nun Schluss. Er verzichtete auf ein erneutes Wahlmandat. Nach mehr als 27 Jahren als Ortsvorsteher für Groß und Klein Haßlow sowie Randow haben nun jüngere Leute das Ruder im Ortsbeirat übernommen.
Wie bei einem unverwüstlichen Viertaktmotor war auf Wolfgang Ramin 50 Jahre lang Verlass. Seine politische Ausdauer war und ist bemerkenswert. Beim Neujahrsempfang der Stadt Wittstock am 16. Januar erhielt der 68-Jährige die Ehrenmedaille der Stadt Wittstock.
Wie sich Wolfgang Ramin um Wittstock verdient machte
Wolfgang Dost würdigte ihn in seiner Laudatio auch für seine jahrzehntelange „Begeisterung für die Lokalpolitik.“ Die Ehrenmedaille wird seit 2009 an Personen verliehen, die sich in besonderem Maße für die Stadt Wittstock verdient gemacht haben.
Wolfgang Ramin (2.v.r.) erhielt aus den Händen von Wittstocks Bürgermeister Philipp Wacker (r.) die Ehrenmedaille der Stadt Wittstock. Foto: Ruch
Im Mai 1974 begann Wolfgang Ramins politische Laufbahn. Da war er gerade 18. Kaum hatte er seinen Abschluss als Baufacharbeiter in der Tasche, da waren auch diese Qualitäten in der damaligen Gemeindevertretung gefragt. „Es ging um den Aufbau eines Kindergartens und eines Jugendraumes, da habe ich mitgemacht“, erinnert er sich. 20 Gemeindevertreter mischten damals in den drei Ortsteilen mit. „Der Saal war immer voll“, sagt er. Und: „Eine Wahlperiode nach der nächsten habe ich mich aufstellen lassen. Das ging immer so weiter. Stimmen bekam ich ohne Ende.“
Nicht immer sind die drei Ortsteile Groß und Klein Haßlow sowie Randow freundlich miteinander umgegangen. „Es bedurfte mitunter diplomatischer Fähigkeiten von Wolfgang Ramin, um dabei zu schlichen und auszugleichen“, gab Wolfgang Dost in seiner Laudatio das Lob von Einwohnern wieder.
Ein Diplomat, der sich stets für Politik begeisterte
Mit den politischen Umbrüchen 1989 kam neuer Schwung in die Gemeindepolitik. Anfang der 1990er Jahre hatte Klein Haßlow die Nase vorn im Land Brandenburg. „Wir hatten einen Antrag auf eine Ortsumgehungsstraße gestellt. Klein Haßlow stand mit diesem Antrag an dritter Stelle im Land. 1997 wurde diese Ortsumgehung eröffnet“, sagt Ramin.
Am meisten freut er sich für die Bürger, dass die Straßenausbaubeiträge in Brandenburg seit 2019 vom Tisch sind. „Die Anliegerbeiträge fand ich immer ungerecht.“ Wolfgang Ramin hat viele sichtbare Spuren in den drei Ortsteilen hinterlassen: Dazu zählt etwa der Bau des Bürgerhauses in Groß Haßlow, das 2006 eingeweiht wurde. Anfang 2007 gründete sich auf seine Initiative der Heimatverein „Haßlower Land.“ Auch in den Bereichen Sport und Kultur kurbelte der langjährige Ortsvorsteher das Dorfleben an.
Wie nah er bei den Bürgern war, zeigt eine Anekdote. „Einmal rief mich nachts um halb zwölf ein Einwohner an und bemängelte, dass an einer bestimmten Stelle im Ort endlich eine Bank aufgestellt werden müsste“, sagt Wolfgang Ramin. Der Ortsvorsteher machte Nägel mit Köpfen und stellte kurz darauf eine selbstgezimmerte Bank an der gewünschten Stelle auf. „Dann rief ich den Einwohner auch nachts um halb zwölf an und sagte, dass die Bank steht“, so Wolfgang Ramin.




